Ben Caplan indieberlin Review

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Da war es tage-, nein wochenlang über 30 Grad und die Vorfreude aufs Sommerloft im Badeschiff groß und dann kommen wir an und nur weil es einen Tag vorher ein klitzekleines Gewitterchen gegeben hatte, wurde das Konzert nach drinnen verlegt – ok, ins zugegebener Maßen ebenfalls sehr charmante Glashaus.

Der Support Act von Ben Caplan startet mit E-Banjo – und… ja jetzt müsste eigentlich der Name der Band kommen – aber der war leider weder angekündigt, noch hab ich ihn in meiner schnellen ungenauen nach journalistischer Manier durchgeführten Recherche gefunden und leider hat Mr. Dude Ben Caplan mir via Facebook nicht auf die Frage, wie der Support Act hieß, geantwortet. (IMPORTANT UPDATE: Doch! Er hat geantwortet und ist sich fast sicher, dass die Band Bee Bee Sea heißt …) Also ihr seid aufgefordert: wer war das? Für alle, die nicht da waren, kann ich euch jedenfalls diesen heißen Tipp nicht genauestens weitergeben, sondern nur sagen, dass er das Publikum in den Bann gezogen hat, obwohl viele noch gechillt auf dem Boden des Glashaus saßen. Ehrlich, authentisch und musikalisch tadellos – so macht die Einstimmung auf Ben Caplan Spaß.

Ben Caplan – what can I say? Großer Bart, großartige Stimme, riesen Ausstrahlung. Die Lieder, wie ich sie liebe – traditionell, sau cool und mit eigenem Stil und Drive. Mal an der Gitarre, mal am Keyboard, mit eigenen Songs aber auch mit Coverversions (Ben Caplan singt Tom Waits – top), aber ohne Band. Die braucht er auch nicht – er ist die perfekte One-Man-Show und ich habe mich schon während der Songs auf die nächste tief geflüsterte Ansage, Anekdote oder Aufforderung zum Seufzen oder Schreien gefreut. Und nur kurz dazu – eh klar, dass die Berliner anfänglich zu cool sind, zum Seufzen oder Schreien – aber nach dem zweiten Versuch ging‘s irgendwie (ok außer bei meiner Begleitung, die blieb cool) und yay Ben, das war gut – Sighing works, weirdly enough! Und Sighing und Schreien sind irgendwie auch für Ben Caplans Musik charakteristisch, denn so sind auch die Songs zum Teil sanft, dann wieder laut oder ironisch – aber immer absolut kraftvoll – eigentlich so, wie der ganze Mann rüberkommt. I like, beardy dude, you got my vote and heart. Article by Mia Morris