PIHKA Is My Name ist eine cineastische elektronische Gruppe, die von einem verlassenen imaginären Freund angeführt wird. Angefangen als reine Studio-Angelegenheit im Jahr 2017, sind sie in der vergangenen Zeit durch die Einführung von Live-Youtube-Streams auf den Geschmack des Live-Spielens gekommen. Anlässlich der Veröffentlichung ihres Debüts setzt sich indieRepublik (digital) mit den beiden Mitgliedern zusammen.

indieRepublik: Du sagst, der Song „Digital Water“ begann damit, dass du versucht hast, den Klang von fließendem Wasser zu synthetisieren. Haben Sie andere Naturgeräusche synthetisiert?

Lasse: Nicht wirklich, ich bin ein Anfänger darin. Aber ich finde es sehr interessant und lohnend! Hennas Cousine ist eine Künstlerin, die Vogelstimmen synthetisiert, und ich finde das wirklich cool.

Der Gedanke an einen verlassenen imaginären Freund überzeugte sofort

indieRepublik: Wann/Warum/Wie seid ihr auf die Idee gekommen, PIHKA als Charakter für euer Duo zu verwenden?

Lasse: Ganz am Anfang dieses elektronischen Musikprojekts, etwa 2017.

Henna: Wir hatten das Gefühl, dass die Band eine Frontfigur braucht, die nicht wir selbst sind, und fingen an, über eine Art Animationsfigur nachzudenken. Als Kinder haben wir beide imaginäre Freunde gehabt, so dass die Idee eines verlassenen imaginären Freundes sofort Anklang fand.

Lasse: Wir hatten eine vage Vorstellung davon, wie Pihka aussehen sollte, und der endgültige Look wurde von der Künstlerin Elli Maanpää entworfen.

Wir versuchen immer, Klänge zu finden, die eine Art von kaltem oder arktischem Gefühl in sich tragen

indieRepublik: Du sagst, du hast Existenzangst wegen des Klimanotstands – spiegelt sich das in deiner Musik wider?

Henna: Der Klimanotstand ist eines der Hauptthemen auf unserem Album. Man kann es in Texten und Songtiteln hören, aber auch in der Musik selbst. Wir versuchen immer, Klänge zu finden, die eine Art kaltes oder arktisches Gefühl in sich tragen. Diese kalten, schneereichen Winter, die wir hier in Finnland noch haben, könnten in Zukunft sehr selten werden.

indieRepublik: Haben Sie eine Botschaft? Und wenn ja, welche?

Henna: Dass alles dazwischen liegt.

Lasse: Niemand ist nur eine Null oder eine Eins, voll glücklich oder voll traurig, voll Mann oder voll Frau, voll hetero oder voll schwul. Und dass wir alle viel lernen können, wenn wir uns gegenseitig zuhören. Man muss nicht in allem übereinstimmen, aber vielleicht in ein paar Dingen. Und dann können wir diese wenigen Dinge gemeinsam vorantreiben.

indieRepublik: Erzählen Sie uns ein wenig über Ihren musikalischen Hintergrund

Henna: Meine Wurzeln liegen im klassischen Klavier, das ich schon fast mein ganzes Leben lang spiele. Ich habe angefangen, meine eigene Musik mit einem Klavier zu machen, sobald ich irgendetwas spielen konnte. Ich habe auch viel Theatermusik gemacht (und mache das immer noch), bevor ich mich mehr mit Elektronik beschäftigt habe.

Niemand ist nur eine Null oder eine Eins, voll glücklich oder voll traurig, voll Mann oder voll Frau, voll hetero oder voll schwul

Lasse: Ich war Leadsänger in 3 sehr unterschiedlichen Bands zu verschiedenen Zeitpunkten meiner Karriere. Ich habe Funk, elektronischen Pop und Pop-Rock gesungen. Veröffentlichte 12 Alben. Aber jetzt denke ich, dass ich damit fertig bin, Leadsängerin zu sein, ich möchte mich auf eine andere Art und Weise ausdrücken. Ich habe mich mit elektronischer Musik und Sounddesign beschäftigt und ich habe das Gefühl, dass ich jetzt so viel mehr machen kann.

indieRepublik: Wie habt ihr euch als Duo zusammengefunden?

Lasse: Wir hatten früher eine 5-köpfige Band namens Pihka ja myrsky, mit der wir 3 Platten gemacht haben. Ich und Henna waren die Hauptsongwriter. Etwa 2017 begannen wir, uns der elektronischen Musik zuzuwenden und erwarben langsam all dieses analoge Equipment. Wir wollten den ganzen Weg dorthin gehen und denken, dass wir als Duo vorerst besser dran sind.

indieRepublik: Erzählen Sie uns etwas über sich, das Sie schon immer mal sagen wollten, das Sie aber noch nie jemand gefragt hat.

Lasse: Was wäre Ihr wahr gewordener Traum einer musikalischen Zusammenarbeit? Denn ich habe ein paar, von denen ich heimlich träume.

John Frusciante, weil er scheinbar KEINE Grenzen in seiner Musik hat.

Björk, weil ich ihre Alben Volta und Biophilia verehre.

Ola Salo, wegen seiner Botschaft (und weil ich ein großer Fan bin).

Moto Boy, weil er ein super lustiger Typ ist und seine Stimme mehr als außergewöhnlich ist.

The Edge, weil er ein so großartiger Klangarchitekt ist.

Ludwig Göransson, weil ich ihn zum Thema „The Mandalorian“ befragen möchte.

indieRepublik: Wie läuft der Songwriting-Prozess normalerweise ab?

Lasse: Normalerweise mache ich eine Art Loop mit meinem Eurorack Modular oder indem ich meine Field Recordings schneide. Ich möchte immer mit einem Sound rausbekommen, den ich vorher noch nicht gehört oder mir vorgestellt habe.

Henna: Dann arbeiten wir gemeinsam am loop und denken uns eine Art Struktur aus.

Ich habe einen 1 cm langen Bohrer in meinem rechten Knie eingekapselt. Es ist dort während einer Notoperation an meinem Knie vor zehn Jahren abgebrochen

Lasse: Henna arbeitet ihre Magie mit Harmonien und Akkorden. Normalerweise kenne ich nicht einmal die Tonart unserer Songs, bevor ich sie abmische.

Henna: Zum Schluss nehmen wir noch ein paar Streicher oder Vocals zu dem Song auf. Dann übernimmt Lasse das Mischen.

indieRepublik: Verraten Sie uns ein Geheimnis über sich.

Lasse: Ich habe einen 1 cm langen Bohrer in meinem rechten Knie eingekapselt. Es ist dort während einer Notoperation an meinem Knie vor zehn Jahren abgebrochen. Man musste es einfach drin lassen, sagte der Arzt. Ich fühle es nicht, aber man kann es auf dem Röntgenbild sehen.

indieRepublik: Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Henna: Meistens aus der Umwelt und sozialen Strukturen, aber auch aus Filmen wie Hayao Miyazaki oder Pixar-Filmen und Spielen.

Lasse: Filme und Spiele sind eine großartige Quelle der Inspiration. Vor allem moderne Indie-Art-Spiele, von denen Steam voll ist. Ich liebe diese Welt. Ich bekomme auch viel Inspiration durch das Studium anderer Künstler. Ich höre ständig eine Menge neuer Musik. Auch alte Musik, ich bin unendlich inspiriert von zum Beispiel Led Zeppelin und John Frusciante.

indieRepublik: Träumen Sie in Farbe oder schwarz-weiß?

Henna: In Farbe! Je mehr, desto besser!

indieRepublik: Siehst du deine Songs in Farbe oder in Schwarz-Weiß?

Henna: Eindeutig in Farbe! Es kann sehr dunkle oder sehr helle Töne geben, aber sie werden immer aus einer helleren Farbe gebildet.

Lasse: Unsere Musik scheint immer so zu klingen, als wäre da ein bisschen Hoffnung drin. Also ja, es gibt Farbe.

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