Ich weiß, ich weiß, wir haben Euch verlassen wie ein Lamm in der Wüste, wie eine hungrige Seele, die am Altar der Liebe weint, wie ein singer-songwriter mit einer gerissenen Gitarrensaite, der an einem verregneten Sonntag in Berlin vor einem Musikgeschäft steht…

Wie Ihr sicher bemerkt habt, haben wir die Dinge im Sommer etwas langsamer angehen lassen: Wir haben uns eine Auszeit genommen, um den Kopf frei zu bekommen, die Spinnweben abzuschütteln, ein paar Sonnenstrahlen zu tanken und uns daran zu erinnern, warum: Warum was? Nun, warum alles. Warum wir hier sind und nicht woanders, warum Indie, warum hier, warum jetzt, und warum zum Teufel haben wir uns nicht entschieden, eine Strandbar in Thailand zu betreiben.

Aber es gibt natürlich keine Antworten auf diese Fragen, so wie es auch auf so viele Fragen, die uns im Kopf herumschwirren, keine wirklich passenden Antworten gibt.

Es genügt zu sagen, dass wir alle eine kleine Auszeit brauchten, und jetzt sind wir mit neuem Elan und einer ganzen Menge Elan, was immer das auch sein mag, zurück an der Front der Happening-Indie-Kultur.

Seht Euch hier den bewegenden Protestsong der weißrussischen Band Naviband an

Seht Euch unsere Bemühungen an, ukrainischen Modelabels zu helfen, Männer dazu zu bringen, Röcke zu tragen

Neben Musik, Mode und Kunst wollen wir auch mehr über andere Dinge berichten: mehr Klima, mehr alternative Lebensstile, mehr Dinge, die mir morgens im Kopf herumspuken.

Wir hoffen, dass es Euch gut geht. Wir hoffen, dass Ihr die Pandemie unbeschadet überstanden haben. Wir hoffen, dass Ihr bereit seid, Euch noch einmal ins Getümmel zu stürzen. Wir hoffen, dass Ihr einen schönen Sommer hattet. Aber komm. Es gibt noch viel zu tun. Es gibt Indie-Kultur zu diskutieren, Musik zu rezensieren und dunkle Gedanken zu flüstern.

Hallo, Herbst. Wir sind wieder da.

Foto: Rodnae Productions