„Falls es eine Atombombe gibt, frag deine Mutter, sie wird wissen, was zu tun ist“. KRIEG IST FAMILIE ist eine mächtige, bedrohliche Kraft, die von den Folgen des Aufwachsens im Zeitalter der nuklearen Bedrohung erzählt. Konrad Kinard reflektiert in einer sehr persönlichen Musik- und Spoken-Word-Performance über eine entmutigende Jugend im Kalten Krieg.

Konrad Kinards unglaubliche Karriere führt durch alle kreativen Epizentren wie New York, London, Montreal und Berlin. Er gründete eine Band mit Bettina Koster von Malaria namens In the Service Of…, er spielte in einem Gitarrenorchester mit Rhys Chatham, arbeitete mit David Linton zusammen, tourte mit der La La La Human Steps Dance Company durch die Welt, gründete die Band Slash Orchestra (mit James Lo), produzierte für Ostberliner Musiker (The Daniloff Ensemble, Nitzametin), veröffentlichte sein Solomaterial und kehrte zu seinen Wurzeln und frühen Einflüssen zurück.

WAR IS FAMILY ist eines der jüngsten Projekte des Künstlers, in dem Konrad über seine Jugend reflektiert, in der er in Texas aufgewachsen ist, umgeben und beeinflusst vom Nukleardiskurs in den Medien.

Ich wurde als Texaner geboren. Ich wurde in den Kalten Krieg hineingeboren. Ich wurde in dem Jahr geboren, als der Sputnik die Erde umkreiste und den Frieden in meiner Heimat erschütterte. Mit seinem Amateurfunkgerät lauschte mein Vater voller Ehrfurcht und Entsetzen den Pieptönen, die der Satellit im Weltraum aussandte, als er über uns hinwegzog. Von diesem Moment an sollte sich unser Leben verändern. Die Russen standen vor unserer Tür und wollten uns alle töten! Also baute mein Vater unter unserem Haus einen Bunker, der gegen Atomwaffen geschützt war. Im Laufe der Jahre warteten wir, bereiteten uns vor und sahen die Nachrichten mit Walter Cronkite. Ich erinnere mich noch gut an das allabendliche Ritual am Esstisch, bei dem man vor dem Hintergrund von Nachrichten aus Vietnam auf einem kleinen Fernseher aß. Nahaufnahmen von sterbenden Soldaten, die Rinderstroganoff mit Eiernudeln kauen.

War Is Family und das Plakat für das Shuttle Shuffle Festival 2019

Die Tonaufnahme von War Is Family (vom letztjährigen Shuttle Shuffle Festival) ist auf der SoundCloud-Seite des Künstlers zu hören. Und es ist eine beunruhigende, eindringliche Erfahrung von Angst, Trauer und Unbekanntem. Der Autor spricht über das „imaginäre Amerika“, ein Bild, das vielen, die in den Zeiten des Kalten Krieges und der Einschüchterung durch die Medien aufgewachsen sind, noch lebhaft in Erinnerung ist, wenn sie in den Himmel schauen und sich über das Morgen wundern.

„Ich schätze, man könnte dies als Trauer um ein imaginäres Amerika bezeichnen, das, wie ich mit zunehmendem Alter feststelle, nie existiert hat, aber in seinem Gefolge eine verwirrte Nation und eine zerrissene Familie zurücklässt.“

https://soundcloud.com/konradkinard/sets/war-is-family-bradford-concert
War Is Family aufgenommen im Jahr 2019

Das Spannendste für unsere Leser ist, dass das Projekt War Is Family weitere Aufführungen in der ganzen Welt plant (insbesondere in Berlin und New York), aber aufgrund der aktuellen Situation und der Ungewissheit, die hinter kulturellen Veranstaltungen und Versammlungen steht, müssen wir auf offizielle Ankündigungen warten. Bleibt dran für weitere Informationen.

Bildnachweis: Konrad Kinard; Bildnachweis: Jilly B.

Konrads SoundCloud, Spotify, Website und Patreon