Einstürzende Neubauten am 14.11. in der Columbiahalle

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Wenn ein avantgardistisches Kunstprojekt wie Einstürzende Neubauten, das sich seit seiner Gründung 1980 im Berlin der Mauer-Zeit konsequent allen Hörkonventionen widersetzt und dessen Stücke höchstens mal um Mitternacht im Kulturradio, aber sicher nicht auf Popsendern laufen, ein „Greatest Hits“ Album auf den Markt bringt, ist das natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Fans der heutigen Kultband, die deren Schaffen über die Jahre verfolgt haben, werden sich allerdings auf eine musikalische Reise durch die Jahrzehnte und von Noise und Industrial bis Theater, Artrock und Poesie freuen können.

In Ihrer mehr als 35jährigen Bandgeschichte haben die Neubauten so Einiges ausprobiert. Ihre musikalische Palette haben sie stets erweitert, vom unhörbaren Krach der Anfangsjahre, von selbstgebauten Schlaginstrumenten und völliger expressionistischer Freiheit bis hin zu stilistischeren Alternative-Rock-Songs und ruhigen Inseln der Poesie. Auch spielte Mastermind Blixa Bargeld viele Jahre parallel in der Band von Freund Nick Cave.

Neben dieser Weiterentwicklung der eigenen Musik ging die experimentelle Gruppe aber auch viele Kollaborationen mit Theaterregisseuren und Visual Arts Künstlern ein, erschloß sich bereits kurz nach der Jahrtausendwende neue Präsentations- und Vermarktungswege im Internet und trat auf internationalen Kunstfestivals auf. Die Neubauten beschränkten sich schon lange nicht mehr nur auf Musik und wurden mehr und mehr zum Gesamtkunstwerk.

Dieses Jahr traten Bargeld & Co als erste „Rockband“ in der neuen Hamburger Elbphilharmonie auf. Am 14.11. bespielt eine der drastischsten und interessantesten Bands des Landes die Columbiahalle im heimatlichen Berlin.